Wachtelküken – Vom Brutei bis zur Jungwachtel Teil 3
Die ersten sieben Tage mit Wachtelküken – Der Grundstein für gesunde Tiere
Der Schlupf ist geschafft – herzlichen Glückwunsch! Jetzt beginnt die erste Lebenswoche deiner Wachtelküken. Gerade in diesen ersten Tagen entwickeln sich die kleinen Federbälle unglaublich schnell. Gleichzeitig sind sie aber auch besonders empfindlich. Mit der richtigen Wärme, passendem Futter und einer sauberen Umgebung legst du den Grundstein für gesunde und kräftige Wachteln.

Die richtige Wärme – Beobachte deine Küken
Wärme ist in der ersten Woche der wichtigste Faktor. Am besten eignet sich eine Wärmeplatte, da sie das natürliche Verhalten einer Glucke nachahmt. Die Küken können sich jederzeit darunter aufwärmen und sie verlassen, wenn ihnen zu warm wird.
Viel wichtiger als eine feste Temperatur ist jedoch das Verhalten der Küken.
Alles passt, wenn:
* die Küken munter herumlaufen
* fressen und trinken
* zwischendurch gemeinsam unter der Wärmeplatte schlafen
* zufrieden wirken und nicht durchgehend piepen
Ist es zu kalt, drängen sich alle Küken dicht zusammen und piepen laut. Ist es zu warm, liegen sie weit verteilt, hecheln oder meiden die Wärmeplatte komplett. Die Küken zeigen dir also sehr zuverlässig, ob die Temperatur stimmt.
Das richtige Futter
Frisch geschlüpfte Wachtelküken wachsen unglaublich schnell und benötigen deshalb ein sehr eiweißreiches Futter. Verwende ein hochwertiges Wachtel- oder Ziergeflügelstarterfutter mit etwa 26–28 % Rohprotein. Achte außerdem darauf, dass das Futter fein genug ist. Sind die Körner zu groß, können die kleinen Küken sie nur schwer aufnehmen.

Ein gutes Starterfutter erspart dir später viele Probleme beim Wachstum. Leider gibt es immer noch genügend Hersteller, die Wachtel-Kükenfutter verkaufen, welches ungeeignet ist. Daher achte auch den passenden Proteingehalt und eine feine Körnung.
Wasser – Sicher und sauber
Auch beim Wasser gilt: Sicherheit zuerst. Verwende ausschließlich flache Kükentränken mit einer schmalen Rinne, damit kein Küken hineinfallen oder auskühlen kann.
Ich gebe meinen Küken in den ersten Tagen außerdem etwas Kamillentee und Oregano-Extrakt ins Trinkwasser. Das wirkt unterstützend, um die Darmflora zu fördern und den Start ins Leben zu erleichtern. Natürlich sollte das Trinkwasser täglich frisch sein und die Tränke regelmäßig gereinigt werden.
Die passende Einstreu
Die Wahl der Einstreu wird häufig unterschätzt. In den ersten zwei bis drei Tagen verwende ich Küchenpapier (Zewa). So finden die Küken ihr Futter leichter und nehmen keine ungeeigneten Materialien auf. Ausserdem ist die tägliche Reinigung schnell erledigt und man hat einen guten Überblick ob die kleinen Verdauungsprobleme haben. Ungeeignet sind glatte Oberflächen wie auf Zeitungspapier oder Kunststoff.
Anschließend stelle ich auf grobes Buchenhack um. Verzichte auf sehr feine oder staubige Einstreu wie Sägespäne oder Leineneinstreu. Gerade junge Küken können diese aufnehmen und mit vollem Bauch verhungern. Auch staubig sollte die Eintreu nicht sein und ihren Badesand bekommen die Küken erst später.

Das Verhalten deiner Küken beobachten
Gesunde Küken sind neugierig. Sie laufen umher, erkunden ihre Umgebung, fressen regelmäßig und ruhen sich anschließend gemeinsam unter der Wärmeplatte aus. Einzelne Küken, die dauerhaft apathisch wirken, ständig schlafen oder kaum fressen, solltest du besonders im Auge behalten. Je früher Probleme erkannt werden, desto besser sind die Chancen, schnell reagieren zu können.
Häufige Fehler in der ersten Woche
Viele Probleme entstehen durch kleine Anfängerfehler. Zu den häufigsten gehören:
* zu wenig oder zu viel Wärme
* ungeeignetes oder zu grobes Futter
* zu tiefe oder offene Wasserschalen
* rutschige Böden
* staubige, kleinteilige oder ungeeignete Einstreu
* unnötiger Stress durch häufiges Umsetzen oder ständiges Hochnehmen der Küken.
Gerade in der ersten Woche gilt: Weniger ist oft mehr. Gib den Küken Ruhe, beobachte sie aufmerksam und greife nur ein, wenn es wirklich notwendig ist.
Fazit
Die erste Lebenswoche entscheidet oft darüber, wie sich deine Wachteln entwickeln. Mit einer zuverlässigen Wärmequelle, hochwertigem Futter, sauberem Wasser und der richtigen Einstreu schaffst du beste Voraussetzungen für gesunde und kräftige Tiere.
Im Im nächsten Teil der Serie geht es um die Zeit von der zweiten bis zur vierten Lebenswoche. Dann beginnt die spannende Phase, in der die Küken ihr Jugendgefieder bekommen und immer selbstständiger werden.
Serienübersicht
1. Wachtel-Bruteier richtig ausbrüten – Die komplette Anleitung bis zum Schlupf
2. Der Schlupf der Wachtelküken – Die letzten drei Tage und was jetzt wichtig ist
3. Die ersten sieben Tage mit Wachtelküken – Der Grundstein für gesunde Tiere
4. Die zweite Lebenswoche – Jetzt werden deine Wachtelküken richtig aktiv
5. Die dritte bis fünfte Woche – Aus Küken werden Jungwachteln
6. Hahn oder Henne? Geschlecht bei Wachteln sicher erkennen und rechtzeitig trennen
7. Wann dürfen Wachteln nach draußen? Der richtige Zeitpunkt für den Umzug
8. Aus Jungwachteln werden Legewachteln – Was sich ab der 6. Lebenswoche verändert