Neue Wachteln in eine bestehende Gruppe setzen
– So gelingt die Vergesellschaftung ohne unnötigen Stress
Du möchtest neue Wachteln in eine bestehende Gruppe setzen und fragst dich, wie das möglichst stressfrei funktioniert? Diese Frage wird mir von Wachtelhaltern besonders häufig gestellt. Schließlich möchte niemand, dass die Tiere sich verletzen oder dauerhaft unter Stress stehen.
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbereitung klappt die Vergesellschaftung von Wachteln in den meisten Fällen problemlos. Zwar müssen die Tiere ihre Rangordnung neu festlegen, doch mit etwas Geduld und den richtigen Maßnahmen kannst du Streit deutlich reduzieren.
In diesem Artikel zeige ich dir drei bewährte Möglichkeiten, wie du Jungwachteln zu einer bestehenden Wachtelgruppe setzen kannst.
Warum ist das Zusammensetzen von Wachteln manchmal schwierig?
Wachteln sind sehr soziale Tiere, leben aber gleichzeitig in einer festen Rangordnung. Kommen neue Tiere hinzu, muss diese Rangordnung neu geregelt werden.
Deshalb sind kleinere Rangeleien zunächst völlig normal. Ziel ist also nicht, jede Auseinandersetzung zu verhindern, sondern den Tieren möglichst gute Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben zu schaffen.
Möglichkeit 1: Neue und alte Wachteln gemeinsam in einen neuen Stall setzen
Die einfachste und oft erfolgreichste Methode besteht darin, sowohl die alten als auch die neuen Wachteln gleichzeitig in einen Stall einziehen zu lassen, den bisher keine der beiden Gruppen kennt.
Da das Revier für alle Tiere neu ist, besitzt keine Wachtel einen Heimvorteil. Dadurch verläuft die Eingewöhnung häufig deutlich entspannter und die Rangordnung wird schneller geklärt.
Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeit, einen zweiten Stall bereitzustellen. Deshalb gibt es noch weitere bewährte Methoden.
Möglichkeit 2: Den vorhandenen Stall komplett umgestalten
Wenn kein zweiter Stall vorhanden ist, kannst du den bestehenden Stall so verändern, dass er für alle Wachteln wie neu wirkt.
Miste den Stall gründlich aus und räume anschließend möglichst viel um. Platziere Futter- und Wassernäpfe an neuen Stellen, versetze Häuschen, Äste, Verstecke und andere Einrichtungsgegenstände.
Damit nimmst du den alten Tieren ihren Reviervorteil.
Achte außerdem darauf, dass genügend Futter- und Wasserstellen vorhanden sind. Ich empfehle mindestens zwei Futterstellen und zwei Wasserstellen. So haben auch rangniedrige Tiere jederzeit die Möglichkeit zu fressen und zu trinken.
Erst danach setzt du die neuen Wachteln in die bestehende Gruppe.
Möglichkeit 3: Wachteln langsam aneinander gewöhnen
Besonders in einer Voliere hat sich diese Methode bewährt.
Stelle einen kleinen Kleintierkäfig in die Voliere und richte ihn mit Wasser, Futter und einem kleinen Versteck ein. Dort ziehen die Jungwachteln zunächst ein.
Die Tiere können sich nun sehen, hören und beschnuppern, ohne direkten Kontakt zu haben. Dadurch gewöhnen sie sich bereits aneinander.
Nach etwa ein bis zwei Wochen kannst du den Käfig öffnen beziehungsweise die Tiere gemeinsam laufen lassen.
Diese Vorgehensweise hat noch einen weiteren Vorteil: Kaufst du Jungwachteln im Alter von vier bis fünf Wochen, kannst du sie während dieser Zeit weiterhin mit Kükenfutter versorgen, während deine erwachsenen Wachteln ihr gewohntes Legefutter erhalten.
Woran erkenne ich, ob die Vergesellschaftung funktioniert?
Nach dem Zusammensetzen solltest du deine Wachteln in den ersten Tagen regelmäßig beobachten.
Kurzes Hinterherlaufen, Drohen oder kleine Rangeleien gehören zur Klärung der Rangordnung dazu und sind meist unproblematisch.
Greife jedoch ein, wenn:
* eine Wachtel dauerhaft gejagt wird,
* Verletzungen entstehen,
* einzelne Tiere nicht mehr an Futter oder Wasser gelangen,
* eine Wachtel apathisch wirkt oder sich nur noch versteckt.
In solchen Fällen hilft es oft, die besonders dominante Wachtel für einige Zeit von der Gruppe zu trennen. Nach einer kurzen Pause ist die Rangordnung häufig deutlich entspannter.
Welche Jungwachteln eignen sich am besten?
Viele Halter fragen mich, welches Alter für neue Wachteln ideal ist.
Meine Erfahrung zeigt, dass Jungwachteln zwischen vier und sechs Wochen häufig besonders gut in bestehende Gruppen integriert werden können. Sie sind bereits kräftig genug, profitieren aber noch davon, dass sie sich leichter in eine neue Rangordnung einfügen.
Mein persönlicher Tipp
Ganz gleich, welche Methode du wählst: Nimm dir Zeit und beobachte deine Tiere gut. Jede Wachtelgruppe ist ein wenig anders. Mit etwas Geduld finden die meisten Gruppen jedoch schnell zueinander.
Wenn du deinen Bestand erweitern möchtest, findest du bei mir regelmäßig gesunde Jungwachteln, die mit viel Ruhe und Sorgfalt aufgezogen werden. Ich beantworte dir außerdem gerne alle Fragen rund um die Haltung und die erfolgreiche Vergesellschaftung. So kannst du sicher sein, dass deine neuen Wachteln den bestmöglichen Start in ihrer neuen Gruppe haben.
Häufige Fragen (FAQ)
Kann ich neue Wachteln einfach zu den alten setzen?
Ja, grundsätzlich schon. Allerdings solltest du den Stall vorher umgestalten oder eine langsame Gewöhnung wählen. So sinkt das Risiko größerer Streitigkeiten.
Wie lange dauert die Eingewöhnung?
Die meisten Wachteln haben ihre Rangordnung innerhalb weniger Tage geklärt. Manche Gruppen benötigen jedoch ein bis zwei Wochen.
Sind Kämpfe zwischen Wachteln normal?
Kleine Rangeleien gehören dazu. Ernsthafte Verletzungen oder dauerhaftes Mobbing sollten jedoch nicht ignoriert werden.
Kann ich vier Wochen alte Jungwachteln zu älteren Wachteln setzen?
Ja. Gerade Jungwachteln im Alter von vier bis fünf Wochen lassen sich häufig sehr gut in bestehende Gruppen integrieren, wenn ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und eine sorgfältige Eingewöhnung vorhanden sind.